
Ein Essay über die Schule in der heutigen technologisierten Welt.
Die Welt verändert sich heutzutage radikal. Technologische Fortschritte verändern unser Leben grundlegend und aufgrund der neuen Technologie ist auch neues Wissen nötig. In den meisten Berufsfeldern werden die neuen technologischen Mittel verwendet und deshalb ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche lernen mit diesen technologischen Mitteln umzugehen. Da stelle ich mir die Frage: Bereitet die Schule Kinder genügend auf die heutige Berufswelt vor?
Um dies zu beantworten, müssen wir wissen, ob sich die Schule auch so verändern sollte, wie die Welt es zurzeit gerade tut. Der Erziehungswissenschaftler Roland Reichenbach nimmt zu diesem Thema in einem Interview Stellung. Er sagt, dass Bildung ein konservatives Geschäft sei und dass das, was sich bewähre, bewahrt und weitergegeben werden solle. Ich verstehe das, aber bewährt sich wirklich immer noch dasselbe wie früher? Früher, als Handschrift die meistverbreitete Methode zum Schreiben war, wurde in der Schule viel Wert auf eine schöne Handschrift gelegt. Kinder lernten schön zu schreiben. Heute wird dies in einem viel geringeren Masse gelernt als früher. Meiner Erfahrung nach wird heutzutage fast nur noch mit Tastatur geschrieben, da dies in den meisten Fällen effizienter ist. Von Hand zu schreiben, wird immer seltener und in der Schule werden neue Fähigkeiten gelernt wie das Zehn-Finger-System.
Heute sind andere Fähigkeiten bewährt, wie zum Beispiel ein richtiger Umgang mit KI, als noch vor 50 Jahren. Trotzdem gibt es bewährtes Wissen, wie beispielsweise mathematisches Verständnis oder das Lesen und Schreiben, was auch heute noch gelernt werden muss.
Ich erlebe, wie sich die Schule tatsächlich radikal verändert. Die neuen technologischen Mittel werden in Schulen immer mehr verwendet, sowohl am Gymnasium als auch an der obligatorischen Schule. In der fünften und sechsten Klasse hatten wir nur wenige Computer an der gesamten Schule, welche wir selten verwendeten. Bei meiner Schwester, welche sich gerade auf dieser Schulstufe befindet, haben mittlerweile jede Schülerin und jeder Schüler einen eigenen Laptop oder ein Tablet zur Verfügung. Aber die Schule bildet die Kinder nur wenig spezifisch in diesen Bereichen.
Roland Reichenbach sieht das Verwenden der technologischen Mittel an der Schule als problematisch. Das Problem sei, dass die digitalen Medien uns ablenken. Trotz dieser Ablenkung könne sich die Schule nicht von den digitalen Medien lösen. Die Ablenkung durch die digitalen Medien erlebe ich an der Schule gut. Ich selbst kann die Verlockung nachvollziehen, auf unseren technologischen Geräten etwas anderes zu machen als zu lernen. Diese Problematik bleibt auch in der Berufswelt enthalten und deshalb ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass die Schule einen verantwortungsbewussten Umgang mit den technologischen Mitteln lehrt.
Mit KI ist seit einigen Jahren ein ganz neues technologisches Mittel im Raum. KI kann komplexe Aufgaben lösen und so von Schülerinnen und Schülern sowohl ein positives als auch ein negatives Hilfsmittel sein. Lässt eine Schülerin oder ein Schüler alle Aufgaben in der Schule von KI lösen, hat sie oder er zwar alle Aufgaben gemacht, jedoch dabei nichts gelernt. Roland Reichenbach vergleicht Lernen in der Schule mit Joggen. Um es zu können, muss man es auch selbst üben. KI kann aber auch positiv verwendet werden. Beispielsweise zum Korrigieren und Überarbeiten von Texten oder um eine kritische Rückmeldung zu einem Text oder einer Arbeit zu erhalten. Damit die Schule Kinder gut genug auf die Berufswelt vorbereitet, muss sie ihnen den positiven Umgang mit KI lernen. Hier am Gymnasium bemühen sich einige Lehrpersonen, die Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren und ihnen den positiven Umgang mit KI beizubringen. Jedoch müsste das in meinen Augen noch mehr gemacht und auch im Lehrplan verankert werden, um Kinder und Jugendliche wirklich richtig vorzubereiten.
Ob die Schule Kinder genügend auf die heutige technologische Welt vorbereitet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Schule muss weiterhin bewährte Fähigkeiten, wie Lesen, Schreiben und Rechnen lehren, jedoch auch neue Fähigkeiten wie einen verantwortungsbewussten Umgang mit KI oder anderen technologischen Mitteln. Ich vertrete den Standpunkt, dass die Schule noch mehr machen muss und besonders der Umgang mit technologischen Mitteln mehr im Lehrplan verankert sein muss. Die Frage bleibt jedoch offen und nicht abschliessend beantwortbar, da zu viele Faktoren mitspielen.